Nur wenn Sie die Standortermittlung aktivieren, werden die Produzenten und Spezialitätenerzeuger in Ihrer Nähe angezeigt. Andernfalls steht Ihnen die allgemeine Suchfunktion zur Verfügung.

Grammelpogatscherl

Pogatschen sind runde, salzige Gebäckstücke, die aus Germteig bestehen. Sie waren ein pannonisches Festtags- und Weingebäck. Die in Österreich und Deutschland gebräuchliche Schreibweise ist eingedeutscht von Ungarisch: pogácsa, Slowenisch und Kroatisch: pogaca, Türkisch: pogaça, Griechisch: bougátsa – womit das Verbreitungsgebiet des Gebäcks grob umrissen ist. Das Wort stammt vom spätlateinischen Wort focacia (= gebackener Teig) ab und kam über die südslawischen Sprachen schließlich nach Ungarn.

In Ungarn verbreiteten sich die Pogatscherln, die auch mit Kraut, Erdäpfeln, Schafkäse und Kraut zubereitet werden können, besonders als solche mit Grammeln (tepertös pogásca), denn in Transleithanien war nicht nur die Rinder-, sondern auch die Schweinezucht von größter Bedeutung. Da man bis ins letzte Drittel des 20. Jahrhunderts Schweine generell sehr fett fütterte, war genügend Speck vorhanden, der die begehrten Grammeln lieferte.

Ihre besondere Lockerheit verdanken die Pogatscherln ihrer komplexen Herstellung: Den Germteig, der mit Wein oder Rahm verfeinert wird, vermischt man mit grob faschierten Grammeln und schlägt ihn etliche Male so zusammen wie Blätterteig. Somit wird das Resultat luftig. Nach dem Gehen werden kleine runde oder ovale Pogatscherln geformt oder ausgestochen und eine Stunde stehen gelassen. Anschließend schneidet man die einzelnen Stücke an der Oberfläche kreuzweise ein – die Pogatscherln erhalten dadurch ihr traditionelles Karomuster. Im Backrohr werden sie 20 Minuten gebacken. Die Pogatscherln waren und sind ein althergebrachter Begleiter zu einem guten Glas Wein und v.a. eine Speise, mit denen Gäste bewirtet werden. Denn die burgenländische Gastfreundschaft ist sprichwörtlich.