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Rosentaler Carnica Honig

Von der Zeidlerei zur Imkerei

Überlieferungen belegen, dass Honigbienen in Mitteleuropa seit tausenden von Jahren heimisch sind. Bereits in der Antike war das heutige Rosental von Honigbienen bevölkert. So beschreibt etwa Vergil (70–19 v. Chr.) in seinem Werk „Gregorica" den Unterschied zwischen der gallisch-germanischen Biene und den sanfteren Bienen, die im südlichen Norikum – einer römischen Provinz, die sich grenzübergreifend über das heutige Gebiet von Österreich und Slowenien erstreckte – vorkamen. Und der griechische Geschichtsschreiber Strabo (63 v. Chr. – 23 n. Chr.) erwähnt Bienenhaltung in der Gegend rund um Villach.

Etwa ab dem 11. Jahrhundert bis ins 18. Jahrhundert gab es in Kärnten ausgedehnte „Zeidelreviere". Unter Zeidlerei oder auch Zedlerei versteht man das gewerbsmäßige Sammeln von Honig wilder oder halbwilder Bienenvölker. Das Wort leitet sich etymologisch vom altdeutschen „zeideln", also Honig schneiden, ab. Von Honig schneiden spricht man deshalb, weil dabei die gesamte Honigwabe erbeutet wird.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts übernahm schließlich die Grundherrschaft Hollenburg im Rosental die Überwachung der Imkerei und in der Folge kam es zur Professionalisierung der Bienenzucht. Im 19. Jahrhundert war der gute Ruf der Carnica-Biene bereits so ausgeprägt, dass Baron Rothschütz von Podsmreka (im heutigen Slowenien) die Biene in zahlreiche Länder, unter anderem bis nach Südamerika und Asien, exportierte. Die wissenschaftliche Bezeichnung der Carnica-Biene als „Apis mellifera carnica" wurde 1875 vom deutschen Bienenkundler August Pollmann eingeführt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren im Rosental nicht definierbare Kreuzungen unterschiedlicher Bienenrassen zu finden. Aus Veröffentlichungen des Kärntner Carnica-Züchters Hans Peschetz geht hervor, dass sich diese durch das Nebeneinanderhalten unterschiedlicher Bienenvölker teilweise ungewollt entwickelten. Dies bedeutete eine starke Bestandsgefährdung der reinrassigen Carnica-Biene.

Um das Potenzial der Carnica-Bienen zu erhalten, haben sich 1929 Kärntner Bienenzüchter zusammengeschlossen und mit der systematischen Züchtung reinrassiger Bienenvölker begonnen. Sie entstammen dem Bienenstamm „Glockner", der am Fuße des Großglockners, dem höchsten Berg Österreichs, gefunden wurde. Später wurde im Rosental der Carnica-Königinnen-Zuchtverein gegründet. Und seit 1994 widmet sich in Kirschentheuer bei Ferlach ein eigenes Museum der Carnica-Biene. Hier werden die Geschichte und das Wissen über die traditionelle Bienenzucht im Rosental erhalten und weitergeben.

Tal der Bienen

Das Rosental (slowenisch: „Rož") ist ein etwa 40 Kilometer langes Tal im Süden Kärntens, durch das die Drau fließt. Mit seinen bekannten Ortschaften Ferlach, Feistritz, Gallizien, Sankt Jakob und Sankt Margareten ist es Teil des Siedlungsgebietes der Kärntner Slowenen.
Geografisch gesehen reicht das Tal von der Drauschleife bei Rosegg im Westen bis zur Mündung der Vellach im Osten. Im Norden wird das Rosental vom Höhenzug der Sattnitz und im Süden, an der Grenze zu Slowenien, von den Karawanken begrenzt. Der Name des Tals leitet sich vom Flurnamen „Rasa“ ab, der bereits 876 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt wurde. Seinen heutigen Namen verdankt das Rosental den Herren von Ras oder auch Rasek, den Errichtern der Burg Altrosegg.

Die Carnica-Biene und ihr Honig

Die Carnica-Biene ist eine Unterart der Westlichen Honigbiene. Umgangssprachlich wird sie auch Kärntner Biene, Krainer Biene, Graue Biene, Bergbiene oder schlicht und einfach Carnica genannt. Sie kommt ursprünglich aus dem Balkanraum und ist heute in den südlichen Alpen, in Slowenien und in nördlichen Balkanregionen heimisch. Die natürlich entstandene Rasse hat sich im Laufe der Zeit an die Umweltbedingungen, an das Klima und an die Nektarverfügbarkeit angepasst. Sie ist vom südöstlichen Alpenklima geprägt und kommt mit heißen Sommern und kalten Wintern gut zurecht. Charakteristisch für die schlanke, mittelgroße Biene sind ihre breiten grauen Filzbinden.

Die Carnica-Biene ist eine eifrige Sammlerin, die an guten Standplätzen und je nach Angebot große Honigvorräte anlegt. Mit ihrem langen Rüssel saugt sie Nektar und Honigtau auf und transportiert ihn in ihrer Honigblase zurück zum Stock. Dort wird er an die Stockbienen weitergegeben und eingedickt. Nach mehrmaligem Umschichten im Bienenstock lagern die Bienen den fertigen Honig in Waben über dem Brutnest ein und überziehen ihn mit einer luftundurchlässigen Wachsschicht. Bienenzüchter bezeichnen diesen Vorgang als „verdeckeln". Es ist das Zeichen, dass der Honig reif ist und geerntet werden kann.

Traditionellerweise klopfen oder kehren die Rosentaler Imker bei der Honigernte die Bienen von den Wabenrahmen ab. Zur Bienenabwehr setzen sie nur Rauch von getrockneten Baumschwämmen ein, chemische Abwehrmittel sind untersagt. Danach öffnen sie mit sauberen und trockenen Entdeckelungsmessern händisch die Waben und lassen den Honig entweder sorgfältig abtropfen oder zentrifugieren ihn mit einer Honigschleuder. Mit einem Doppelsieb werden die Wachsteile abgefangen und nach einer Lagerzeit von 14 Tagen wird der Honig in Gläser abgefüllt. Der Carnica-Rosental-Honig erfüllt alle im „Codex Alimentarius Austriacus" und der österreichischen Honigverordnung angeführten Qualitätsmerkmale. Jeder Rosentaler Carnica-Honig wird entsprechend seiner Herkunft mit dem Namen und der Adresse des Imkers gekennzeichnet.

Herrliche Geschmacksvielfalt

Rosentaler Carnica-Honig ist eine dickflüssige Honigspezialität. Dem helleren Rosentaler Mischblütenhonig verleihen Wiesensalbei, Löwenzahn und Lindenblüten seine charakteristische Note. Dem dunkleren, bernsteinfarbenen Rosentaler Waldhonig gibt der Honigtau seinen kräftigen, würzigen und etwas herben Geschmack. Er ist weniger süß und enthält eine besondere Zuckerart, die Melezitose.

Die Rosentaler Imker produzieren neben Honig auch Gelée Royale, Propolis, Bienenwachs und Bienenpollen. Die Honigrohstoffe verarbeiten sie zu Honigwein, Likören, Schnäpsen und zu Spezialitäten wie Backwaren mit Honig oder handgeschöpften Schokoladen. Viele der Honigspezialitäten werden regional über Ab-Hof-Verkauf angeboten.