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Steirische Käferbohne g.U.

Es ist eine reizvolle, sonnenverwöhnte Hügellandschaft mit mildem illyrischen Klima, in der die Steirische Käferbohne seit langer Zeit angebaut wird. Ihr guter Ruf reicht weit über die Landesgrenze hinaus. Steirische Käferbohnen sind deshalb von besonderer Qualität, weil die regionalen Gegebenheiten der Steiermark, die seit Generationen an die Umwelt angepassten Sorten und die lang zurückreichende Anbau- und Erntetradition optimal zusammenspielen. Die Steirische Käferbohne zählt zu den Produkten, die in das EU-Herkunftsschutzregister aufgenommen wurden und die Bezeichnung "Steirische Käferbohne" ist gesetzlich geschützt. Die Abkürzung g.U. steht für geschützte Herkunft.

Viel Sorgfalt – von der Saat bis zur Ernte

Im Frühjahr, wenn der letzte Frost vorüber ist, werden die Käferbohnen ausgesät. Dann ist der Zeitpunkt genau richtig und das Saatgut kann gut auflaufen. Mit welcher Anbautechnik die steirische Käferbohne nun am besten wächst, das ist eine kleine Wissenschaft für sich. Ursprünglich bauten die Bauern das Gemüse einzig für den Eigenverbrauch im Hausgarten an, wo der Kletterpflanze schlichte Bohnenstangen als Rankhilfe dienten. Im eigenen Garten ist das auch heute noch so.

Später entwickelten, erprobten und verfeinerten die steirischen Bauern verschiedene Methoden, die für den feldmäßigen Anbau besser geeignet waren. Heute pflanzen sie die steirischen Käferbohnen entweder in mit gespannten Drähten und Schnüren aufgebauten Heckenkulturen, ähnlich wie es beim Hopfen geschieht. Das ist jedoch sehr arbeitsaufwändig. Oder sie kultivieren sie in Mischkulturen mit anderen Nutzpflanzen, wie etwa mit Mais oder Sonnenblumen, wo die schlingenden Triebe genügend natürliche Rankhilfen vorfinden.

Nach der Aussaat geht es schnell, denn die rankende Pflanze hat einen kräftigen Wuchs, je nach Sorte kann sie bis zu fünf Meter lang werden. Von Juni bis September bringt die Käferbohne wunderschöne, meist feuerrote Schmetterlingsblüten hervor. Da die einjährige Pflanze fremdbestäubt wird, sind Einkreuzungen mit anderen Sorten leicht möglich. Der Nachbau kann daher verschiedene Blütenfärbungen und Zeichnungen ergeben; es gibt alle Abstufungen bis hin zu weißblühenden Sorten. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich schließlich die typischen flach-fleischigen Hülsenfrüchte mit den nierenförmigen Bohnen, die im Herbst voll ausgereift geerntet werden. Heute erfolgt nur noch ein Teil der Ernte in aufwändiger Handarbeit. Für Mischkulturfelder wurden arbeitserleichternde Spezialdreschmaschinen entwickelt.

90 Prozent der österreichischen Käferbohnenernte kommen aus der Steiermark. Die Bauern erhalten damit nicht nur eine lange Tradition aufrecht, für viele ist sie eine wichtige Einnahmequelle. Mit der Kultivierung der steirischen Käferbohne wird in der Region Nachhaltigkeit gelebt. Sie trägt dazu bei, die regionalen Wirtschaftskreisläufe zu stärken und damit die kleinstrukturierte Landwirtschaft langfristig zu erhalten.

Steirische Käferbohne – eine geschützte Spezialität

Ein Kontrollsystem gewährleistet, dass ausschließlich Steirische Käferbohne drin ist, wo Steirische Käferbohne drauf steht. Die Steirische Käferbohne g.U. ist gekennzeichnet mit der runden Banderole und dem integrierten rot-gelben EU-Herkunftssiegel. Die Banderole kennzeichnet Steirische Käferbohnen von zertifizierten Betrieben ganz eindeutig und gibt dem Konsumenten beim Einkauf ein eindeutiges Herkunfts- und Qualitätssignal. Sie ist sowohl auf Trockenbohnen als auch auf essfertigen Steirischen Käferbohnen zu finden. Die fortlaufende Kontrollnummer gibt zusätzlich Sicherheit - mit ihrer Hilfe kann die Herkunft der Käferbohnen bis zum Bauernhof zurück verfolgt werden.

Die steirische Käferbohne ist gesprenkelt, ihr Farbspektrum reicht von violett-schwarz bis braun-beige. Typisch für die Steiermark sind Landsorten und die beiden lang erprobten und an die Umwelt optimal angepassten Sorten Bonela und Melange. Saisonal wird das Gemüse frisch angeboten, meist aber in getrockneter oder eingelegter Form. Gekochte Käferbohnen haben eine feincremige Konsistenz und zeichnen sich durch ihren zarten, nussigen Geschmack aus. Das nahrhafte Gemüse schmeckt aber nicht nur gut, es ist auch sehr gesund. Neben hochwertigem Eiweiß enthalten steirische Käferbohnen eine Reihe von bioaktiven Pflanzenstoffen, deretwegen man den Bohnen krebshemmende, cholesterin- und blutdrucksenkende Wirkung nachsagt.

Allerdings dürfen sie nur gekocht gegessen werden, da sie roh das giftige Phasin enthalten. In der regionalen Küche ist die steirische Käferbohne seit langem mit zahlreichen Rezepten vertreten. Typisch ist der Steirische Käferbohnensalat, der meist mit steirischem Kürbiskernöl g.g.A. mariniert wird. Die Bohnen bieten sich aber auch für Suppen, Hauptspeisen und sogar für Desserts an. Jung geerntet können sie wie jede andere Gartenbohne einfach gekocht zubereitet werden. Zum Würzen von Bohnengerichten ist – wie der Name schon sagt – Bohnenkraut gut eignet. Außerdem passen Kümmel und alle in der Mittelmeerregion angebauten Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Salbei zu steirischen Käferbohnen.

Über lange Zeit tief verwurzelt

Käferbohne nennt man in Österreich die Feuerbohne (Phaseolus coccineus L.). Zum einen wird angenommen, dass sich die Bezeichnung auf den häufigen Befall mit Bohnenkäfern oder auf die optische Ähnlichkeit mit den Flügeldecken der Käfer zurückführen lässt. Sie könnte aber auch durch einen Tradierungsfehler aus dem Begriff „Körnerbohne" entstanden sein. In anderen Regionen heißt die gesprenkelte Bohne auch Prunkbohne, Blumenbohne, Schminkbohne, Rosenbohne, Türkische Bohne oder Arabische Bohne.

Bevor die Käferbohne in der Steiermark heimisch wurde, trat sie im 17. Jahrhundert ihren weiten Weg von Zentralamerika nach Europa an. Man vermutet, dass Eroberer und Weltreisende die Käferbohne Ende des 16. Jahrhunderts nach England und Spanien brachten, von wo aus sie sich innerhalb der nächsten 100 Jahre in ganz Mittel- und Nordeuropa verbreitete. Sie könnte aber auch über die Krim nach Osteuropa gelangt sein, worauf möglicherweise ihre Bezeichnung Türkische Bohne zurückzuführen ist. Als gesichert gilt, dass die Käferbohne in der Südoststeiermark seit dem 19. Jahrhundert angebaut wird. Die Einheimischen schätzten sie vor allem wegen ihrer einfachen Lagerfähigkeit. Zudem galten Speisen aus Käferbohnen als besonders nahrhaft.

 

Fotocredit: Steirische Käferbohne g.U./Melbinger