Nur wenn Sie die Standortermittlung aktivieren, werden die Produzenten und Spezialitätenerzeuger in Ihrer Nähe angezeigt. Andernfalls steht Ihnen die allgemeine Suchfunktion zur Verfügung.

Lavanttaler Bananenapfel

Das Lavanttal, liebevoll auch als „Paradies Kärntens" bezeichnet, ist Heimat einer ganz besonderen Frucht: des Lavanttaler Bananenapfels. Vor mehr als 100 Jahren fand diese Obstspezialität, ausgehend von Amerika, ihren Weg in das im östlichen Teil des Bundeslandes Kärnten gelegene Tal. Heute gilt der Lavanttaler Bananenapfel als Exot unter den heimischen Apfelsorten. Ihren außergewöhnlichen Namen verdankt diese Frucht ihrem typischen, einmaligen Geschmack, der unverkennbar an den von Bananen erinnert.

Ein Tal entlang von Kirchen, Burgen und Schlössern

Ausgehend von ihrem Ursprung am steirischen Zirbitzkogel schlängelt sich die Lavant, die dem Lavanttal seinen Namen verleiht, über eine Länge von rund 60 Kilometer durch das Lavanttal in Richtung Süden. Sie passiert im Osten Kärntens die natürliche Enge des Twimberger Grabens, der das Tal in Oberes und Unteres Lavanttal teilt, und mündet schlussendlich unmittelbar vor der slowenischen Staatsgrenze in die Drau. Zahlreiche mittelalterliche Kirchen, Burgen, Schlösser und alte Städte säumen den Weg der Lavant und verleihen der Region ein besonders reizvolles Landschaftsbild.

Schon die Römer sollen die hervorragenden Obstbaubedingungen in der Region erkannt und genutzt haben. Noch heute ist das Lavanttal von zahlreichen Streuobstwiesen mit altem Baumbestand geprägt, die ganz besonders artenreiche Lebensräume darstellen.

Das äußerst milde und recht trockene illyrische Klima sowie die tiefgründigen, nährstoffreichen Böden ermöglichen ein optimales Wachstum der Äpfel. So kann der Lavanttaler Bananenapfel zu einer Frucht von hoher Güte heranreifen und sein einzigartiges Aroma bestens entwickeln.

Amerikanische Abstammung

Das im Lavanttal anzutreffende Obstsortiment ist äußerst vielfältig, doch neben den klassischen, allseits bekannten Obstsorten hat sich der Lavanttaler Bananenapfel einen ganz besonderen Namen gemacht. Diese spezielle Apfelsorte gilt heute als eine der ältesten traditionellen Apfelsorten in Österreich. Seinen Ursprung hat der Bananenapfel jedoch nicht im Kärntner Lavanttal, sondern in Amerika. Dort, nämlich in Boston im Bundesstaat Massachusetts, wurde 1844 der Apfel erstmals unter der Bezeichnung „Mother" erwähnt. Seine detaillierte Abstammungsgeschichte liegt jedoch bis heute im Dunkeln.

Der Pomologe Wilhelm Lauche erwähnte 1882 den Apfel als „Mutterapfel". Verschiedenen Berichten zufolge soll der „Mother", auch „American Mother" genannt, von der in Kärnten ansässigen Familie Birkershausen um 1882 als Souvenir aus den Vereinigten Staaten in das Lavanttal mitgebracht worden sein. In den darauffolgenden Jahren fand der Apfel rasch lokale Verbreitung und etablierte sich allmählich als fester Bestandteil des heimischen Obstsortiments.

Eine weitere Vermutung legt eine Herkunft des Bananenapfels aus dem slowenischen Raum nahe. Im Laufe der Zeit dürften sich jedenfalls aus dem Lavanttaler Bananenapfel zahlreiche unterschiedliche Sortentypen entwickelt haben, denen jedoch ein ganz wesentliches Merkmal gemein ist, nämlich der besondere Geschmack.

Der Apfel, der nach Banane schmeckt

Der Lavanttaler Bananenapfel ist auch heute noch vorwiegend auf Streuobstwiesen anzutreffen, deren Anpflanzung schon seit Kaiserin Maria Theresia gefördert wurde.

Der Baumwuchs kann als mittelstark und dünntriebig beschrieben werden. Die Sorte eignet sich sowohl für Hoch- und Halbstammbäume als auch für kleinere Baumformen. Der Bananenapfelbaum gilt im Allgemeinen als relativ anspruchslos, aber: Je feuchter und nährstoffreicher der Boden ist und je windgeschützter die Standorte sind, desto besser fällt die Ernte aus.

Die äußerst ertragreichen und robusten Apfelbäume prägen besonders im Frühjahr das Landschaftsbild, wenn sich zur Zeit der Obstbaumblüte die Landschaft in ein Meer aus weißen Blüten verwandelt.

Die Schale des Apfels ist meist grüngelb und matt glänzend und auf der Sonnenseite orange bis leuchtend rot gefärbt. In ihrer rundlichen und mittelgroßen Form und ihrem gelblich- weißen, etwas körnigen Fruchtfleisch erscheint die Lavanttaler Spezialität eher unauffällig. Im Geschmack jedoch ist diese Apfelsorte eindeutig von anderen Sorten zu unterscheiden, denn sie besitzt ein einzigartiges, äußerst markantes Aroma, das stark an reife Bananen erinnert.

Nach der Ernte des saftigen Apfels, die meist zwischen Septtember und Oktober ansteht, erreichen die Früchte ihre Genussreife in der Zeit von November bis Jänner. Die kurze Lagerfähigkeit des Apfels erfordert einen optimalen Erntezeitpunkt. Gelagert werden sollte der Bananenapfel am besten im naturkühlen Keller, um eine vorzeitige Überreife zu verhindern.

Ein edler Brand mit beachtlichem Aroma

Der Lavanttaler Bananenapfel findet sowohl als Tafel- als auch als Wirtschaftsobst Verwendung. Die Verarbeitung des Apfels zu den verschiedensten Spezialitäten gestaltet sich jedoch aufgrund seiner kurzen Haltbarkeit relativ schwierig. Denn lässt man den Apfel zu lange liegen, wird er rasch überreif und mehlig und ist dann sowohl für den Rohgenuss als auch für die Weiterverarbeitung unbrauchbar.

Bereits vor vielen Jahren entdeckten findige Bewohner des Lavanttales die hervorragende Eignung der Apfelsorte zur Herstellung von hochwertigen aromatischen Destillaten. Um den süßen, wenig säuerlichen und sehr aromatischen Geschmack des weit über die Region hinaus bekannten und geschätzten Apfels auch im Edelbrand zu bewahren, werden die Früchte handverlesen und mit viel Sorgfalt und Fingerspitzengefühl zum originalen Lavanttaler Bananenapfelbrand verarbeitet. Und diese Bemühungen machen sich bezahlt.

Seit Generationen wird das Wissen um die Erhaltung des feinen, typischen Geschmacks bei der Herstellung des Brandes weitergegeben und aufrechterhalten. Der Edelbrand besticht durch sein hervorragendes, vielschichtiges Spektrum an Duftaromen und eine leichte Süße. Der Lavanttalaler Bananenapfelbrand ist eine echte regionale Besonderheit und bei Kennern ein Muss im Edelbrand-Sortiment.