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Hansbergland Hopfen

Besonders sein feinwürziger, dezent herber Geschmack zeichnet den hochwertigen Hopfen der Region HansBergLand aus: Angebaut werden jene Sorten, die sich gut an das Klima und die Bodenbedingungen des Gebietes im oberösterreichischen Mühlviertel angepasst haben. HansBergLand Hopfen leistet auch einen wertvollen Beitrag dazu, den exzellenten Ruf heimischer Braukunst zu festigen: Als qualitativ hervorragender Rohstoff dient er seit jeher hauptsächlich der Biererzeugung.

Ein begehrtes Hanfgewächs

Echter Hopfen (bot. Humulus lupulus) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). In der Region wird hauptsächlich Aromahopfen, seit einigen Jahren auch vermehrt Bitterhopfen angebaut. Aroma- und Bitterhopfen unterscheiden sich in ihrem Bitterstoffgehalt, dem sogenannten Alpha-Gehalt.

Aromahopfen besticht durch seinen feinen Geschmack und das einzigartige Bukett: Die Region HansBergLand kultiviert als Aromahopfen die Sorten Malling, Golding, Aurora, Hersbrucker-Spät, Perle, Tradition und Spalter-Select sowie die Bittersorte Magnum. Übrigens verwenden sie nur weibliche Pflanzen. Denn das Vorhandensein männlicher Hopfenstöcke ist aus qualitativer Sicht nicht erwünscht.

Im Hopfengarten beginnen die Frühjahrsarbeiten Ende März mit der Auflockerung des Bodens und der Befestigung der Aufleitdrähte zwischen den Hopfengerüsten in rund sieben Metern Höhe.

Gleichzeitig wird der Wurzelstock aufgeackert und maschinell beschnitten, der unter der Erde liegende Altbestand vom Vorjahr entfernt. Im Mai bildet jeder Hopfenstock ca. 20–30 Triebe aus, wovon die Landwirte bis auf die drei stärksten alle entfernen und die verbleibenden im Uhrzeigersinn um den Aufleitdraht winden. Das sogenannte „Aufleiten" erfolgt in mehrmaligen Durchgängen solange, bis der Hopfen das Ende des Gerüstes erreicht hat. Während der Vegetationsperiode zählt das Spritzen gegen tierische Schädlinge und Krankheiten ebenfalls zu den Arbeiten im Hopfengarten.

In der Zeit von Anfang Mai bis Anfang Juli wächst die Hopfenpflanze bis zu 30 cm pro Tag und erreicht eine Höhe von sieben Metern. Während der Blütezeit, von Juli bis August, kommt es zur Ausbildung der Dolden. Zwischen 4000 und 6000 Dolden trägt eine Hopfenrebe.

Zum Erosionsschutz und zur Bodenverbesserung pflanzen die Bauern zwischen den Hopfenreihen verschiedene Zwischenfruchtarten, wie Klee, Raps etc., an.

Den Hopfen ernten die Landwirte dann Ende August bis Mitte September. Maschinell reißt ein entsprechendes Gerät die Hopfenreben von den Gerüstanlagen. Die Reben werden dann zum Bauernhof gefahren und dort maschinell gepflückt. Um anschließend den Wassergehalt durch sofortige Trocknung auf 11 % zu reduzieren, kommt der Hopfen über Förderbänder in die Hopfendarren, um dort bei einer Temperatur von 30°C sechs Stunden lang luftzutrocknen. Der Großteil der Bauern besitzt ohnehin eigene Trocknungsanlagen. Kleinere Betriebe nützen genossenschaftliche Einrichtungen. Getrocknet und zu Ballen gepresst, kommt der Hopfen zur Hopfenbaugenossenschaft Neufelden und anschließend in die Brauereien.

Nach der Ernte im Herbst erfolgen noch Ausbesserungsarbeiten an den Gerüstanlagen. Im Winter werden die Wurzelstöcke dann zurückgeschnitten, bevor der Arbeitszyklus im Hopfengarten von Neuem beginnt.

Eine große Bedeutung kommt der Qualitätskontrolle zu. Ihr dient die sogenannte Bonitierung. Ein Gremium, das sich aus Braumeistern, -technikern und einem Schiedsrichter des Österreichischen Getränkeinstitutes zusammensetzt, bestimmt dabei die Qualität des Hopfens und somit auch seinen Preis.

Hopfen, heimische Braukunst und mehr

HansBergLand Hopfen findet hauptsächlich in der Bierproduktion Verwendung. Abnehmer für die Hopfenbaugemeinschaft sind Klein- und Großbrauereien in der Region.

Das in den konisch geformten Hopfenblüten enthaltene Lupulin ist für die bittere Note und die Aromaqualität des Bieres verantwortlich. Sämtliche Hopfeninhaltsstoffe wirken zusätzlich konservierend und schaumstabilisierend. Auch in der Naturheilkunde kommt Hopfen zur Anwendung. Wegen seiner beruhigenden Wirkung setzt man ihn in verschiedenen Beruhigungs- und Schlafmitteln ein. Hopfen scheint appetitanregend, antibakteriell sowie kräftigend auf Magen und Darm zu wirken. Das im Hopfen vorkommende Xanthohumol, ein Antioxidans, kann einen Beitrag zur Krebsvorbeugung leisten. Da Hopfen Phytohormone enthält, die dem Östrogen ähneln, steht sein Einsatz auch im Zusammenhang mit Wechseljahrbeschwerden zur Diskussion.

Zu den spannenden Produkten aus dieser Hanfpflanze zählen Hopfentee, -wurst, -öl, -badezusatz, ja sogar Hopfenbrot und -schnaps. Als kulinarische Delikatesse verlocken der im Frühjahr geerntete Hopfenspargel bzw. die jungen Triebe der Hopfenpflanze, die Hopfensprossen. Vielseitig verwendbar ist Hopfen auch als Dekorationsmaterial: Aus den Reben können schmucke Gestecke und Kränze hergestellt werden.

Hopfenregion Oberes Mühlviertel

Geographisch umfasst das oberösterreichische HansBergLand Teile des Oberen Mühlviertels, das durch den sogenannten Haselgraben nördlich von Linz und das Tal der Großen Rodl vom Unteren Mühlviertel getrennt ist.

Im HansBergLand prägen die für die Hopfenpflanzung charakteristischen Gerüststangen und Kletterhilfen das Landschaftsbild. Klima und Bodenverhältnisse des Gebietes schaffen überaus günstige Bedingungen für den Anbau. Sie tragen wesentlich zur Ausbildung des feinen Geschmacks und einzigartigen Aromas der Hanfpflanze bei.

Das Gebiet weist subatlantisches Klima auf. Milde Sommer mit kühlen Nächten und raue Winter sowie über das ganze Jahr verteilte Niederschläge und hohe Luftfeuchtigkeit sind charakteristisch. Die kalkarmen Böden der Region bestehen meist aus sandigem Lehm bis lehmigem Sand. Das kommt der Pflanze sehr entgegen: Aufgrund ihres ausgedehnten tiefgreifenden Wurzelsystems benötigt sie tiefgründige, gut durchwurzelbare Böden. Meistens finden sich die Hopfengärten auf ausgesuchten Südostlagen mit geringer Humusbedeckung und geringer Wasserspeicherkapazität.

Vom Biersieden

Die frühesten Nachweise für die Herstellung von Bier stammen aus dem mesopotamischen Raum. Es sollen die Sumerer gewesen sein, die aus Gerste und Emmer (eine Weizenart) neben Brotfladen erstmals Bier herstellten.

Bevor im 12. Jahrhundert Hopfen zum Bierbrauen entdeckt wurde, würzte man Bier mit Gruit oder Grut, einer Mischung aus verschiedenen Kräutern. Endgültig setzte sich Hopfen als Bierwürze erst im 16. Jahrhundert durch. Eine erste urkundliche Erwähnung des regionalen Hopfenbaus im „Wilheringer Urbar" stammt aus dem Jahre 1206. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erfuhr die Hopfenpflanzung in der Region schließlich einen weiteren Aufschwung und erlangte vor allem für die Bierherstellung wirtschaftliche Bedeutung. Im Bezirk Rohrbach kultivierte man Hopfen um 1880 auf einer Fläche von immerhin 1000 ha.

1938, nach der Eingliederung Österreichs ins Deutsche Reich, verfügte das Regime im Zuge der damaligen Planwirtschaft einen Rodungsbefehl für Hopfen im Mühlviertel: Pro entfernten Stock bekamen die Bauern sogar eine Reichsmark als Prämie. Von 1938–1945 lag der Hopfenanbau im Mühlviertel brach. Ende des Zweiten Weltkrieges nahmen ihn die Landwirte aber umgehend wieder auf, wobei er besonders im Bezirk Rohrbach von staatlicher Seite gefördert wurde. 1951 gründete man eine Hopfenbaugenossenschaft und unterzeichnete erste Abnahmeverträge mit Brauereien. So konnten die Bauern den Absatz fixer Mengenkontingente sichern und somit ihre wirtschaftliche Lage stabilisieren.

Heute ermöglicht ein erst jüngst errichtetes Hopfenmuseum spannende Einblicke in die Geheimnisse der Hopfenpflanze, ihre Verwendung und in die Geschichte der Region.