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Vorarlberger Küche

Vorarlberg, das österreichische Bundesland, das sich nach dem 1. Weltkrieg an die Schweiz anschließen wollte, ist alemannisch geprägt. Von vielen als sprachlich und kulturell nicht ganz passend zum übrigen Österreich angesehen, ist dieses Gebiet v.a. von Bergbauernhöfen geprägt. Besonders die Walser mit ihrem großen Freiheits- und Unabhängigkeitsdrang, die im 13./14. Jahrhundert aus dem Süden einwanderten, trugen stark zum sozialen Prestige der Vorarlberger Bauern bei. Milch- und Käsewirtschaft nehmen eine führende Stellung ein. Auch hier unterschied sich der Speiszettel der Bürger und Bauern lange Zeit sehr stark. Auf der einen Seite standen Schinken, Braten, Geflügel und Backwerk, auf der anderen Türkenbrei, Hafermus, Rollgerste, Bohnen. 

Die Hauptspeisen mittags waren meist Eintopfgerichte mit Sauerkraut; abends gab und gibt es oft nur ein Erdäpfelgericht, Salzerdäpfel mit Käse sowie Brenn- oder Milchsuppe, die man lange Zeit auch in der Früh löffelte. Suppen in Vorarlberg sind zumeist so dick, dass der Löffel stecken bleibt: Gerstensuppe, Eintropfsuppe, Einbrennsuppe, Brotsuppe und Käsesuppen sind charakteristisch. Zur Jause isst man hauptsächlich Brot, Käse und Most, gelegentlich auch Speck, Geselchtes und Wurst. 

Fische gab/gibt es im Bodensee und in den Bächen. Vor allem Forellen und Reinanken sind sehr schmackhaft. Eine der Spezialitäten sind mit Champignons und Petersilie gefüllte, gebratene Forellen. Fleisch bzw. Fleischsuppen gab es für die bäuerliche Bevölkerung nur höchst selten – an Feiertagen und Sonntagen. Die Hausschlachtung ist heute verschwunden, der Großteil des Fleisches wird beim Fleischhauer gekauft. Vorarlberger Fleischspeisen sind sehr deftig und nahrhaft: diverse Würste, geräuchertes oder gedörrtes Fleisch, Kutteln und Gekröse. Den pikanten, knusprigen Schweinsbraten, mit dem immer Erdäpfelscheiben mit garen, isst man mit verschiedenen Salaten (grüner, Erdäpfel, Bohnen) sowie Sauerkraut. Zum Geselchten servierte man vor der Einführung der Erdäpfel v.a Rollgerste. 

Küchengärten waren in Vorarlberg eher die Ausnahme; neben Kraut und Rüben gab es am ehesten noch Spinat und Kohl. Beliebte Beilagen sind Spätzle, Nudeln, Reis, Erdäpfel und Rollgerste. Besonders begehrt sind in der Bauernküche die süßen Beilagen, eingedickte, kompottartige Gerichte aus Birnen, Kirschen und Äpfeln; auch Apfel- und Zwetschkensoßen. Im Land mit hohem Gebirgsanteil gibt es eine Vielzahl von Musen und Köchen; gern wird Holler dazu verwendet oder einfach nur Wasser, Mehl, Salz und Schmalz. Riebel und Schmarren ergänzen den Speiszettel. Besonders bekannt ist die Vorarlberger Küche für Spätzle und Knödel. An Schmalzgebackenem gibt es vor allem Küchle (Krapfen). An Backwerk kennt man die Ofenkatze, einen Kuchen aus Germteig, einige Gugelhupfrezepte und kleine Bäckerei.  

In den Häusern wurden mannigfaltige Brotsorten und Brauchtumsgebäcke gebacken. Als Haustrunk dienten Milch, Wasser und gelegentlich Obstmost. Haustee ist bis heute sehr beliebt und wird aus verschiedenen Kräutern zubereitet, von denen es Unmengen gibt. Beeren- und Fruchtsäfte werden daheim hergestellt. Wein galt lange Zeit nicht als Getränk zum Essen, sondern als Medizin und Stärkungsmittel. Unter den Branntweinen ist der Subira besonders bekannt und beliebt.